Brauchen Meerschweinchen Auslauf?

Sie haben Meerschweinchen und fragen sich, ob die kleinen Nager ihren täglichen Auslauf brauchen? Eine Antwort auf diese interessante Frage erhalten Sie hier.

Meerschweinchen mit Auslauf

Jedes Tier braucht seinen Freiraum und nur weil ein Haustier etwas kleiner ist, muss es deswegen noch lange nicht lauffaul und träge sein. Besonders die Halter von Nagetieren machen in dieser Hinsicht häufig den Fehler und gönnen ihren Tieren keinen ausreichenden Auslauf. Doch wie ist überhaupt der Bedarf? Brauchen z.B. Meerschweinchen die regelmäßige Bewegung oder reicht es ihnen, den ganzen Tag im Käfig zu sitzen?

Wie viel Bewegung ist notwendig?

Sieht man sich einmal den natürlichen Lebensraum der "wilden" Meerschweinchen in Südamerika an, dann erkennt man recht schnell, dass sich die Tiere ziemlich viel bewegen. Das Hausmeerschweinchen - wie es eigentlich biologisch richtig heißt - wird allerdings meist im Käfig gehalten. Noch dazu sind die Käfige der meisten Meerschweinchen viel zu klein. Oftmals dient dann ein Laufrad als einzige und monotone Beschäftigungsmöglichkeit. Mal abgesehen davon, dass Laufräder für Meerschweinchen überhaupt nicht artgerecht und empfehlenswert sind, reicht die Bewegung nicht aus. Für die Gesundheit der Meerschweinchen ist es unheimlich wichtig, dass diese ausreichend viel Auslauf bekommen. Experten empfehlen den Haltern von Meerschweinchen, den Tieren täglich mindestens 1 bis 2 Stunden Auslauf zu geben. Bei sehr kleinen Käfigen sollten es sogar 2 bis 3 Stunden Auslauf sein.

Ein Grund, warum einige Halter meinen, dass Meerschweinchen faule Tiere wären, kommt wahrscheinlich daher, dass die kleinen Nager durchaus auch nachts aktiv sind und dementsprechend tagsüber hin und wieder schlafen. Dennoch brauchen sie genügend Auslauf, um ihrem natürlichen Trieb nachgehen zu können. Buddeln und erkunden gehören ebenso zum typischen Beschäftigungsablauf, wie die Suche nach Futter.

Folgen von zu wenig Auslauf

Bekommen Meerschweinchen zu wenig oder gar keinen Auslauf, kann der Bewegungsmangel zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen. Zum einen besteht die Gefahr, dass die Meerschweinchen überfetten und irgendwann an den entsprechenden Folgekrankheiten leiden. Zum anderen können die Tiere im wahrsten Sinne "verdummen", da die immer gleichen und monotonen Aufgaben im Käfig Einfluss auf die Gehirnaktivität der Nager haben.

Langfristig wird ein Meerschweinchen, dass nicht genug Auslauf hat, früher sterben als gesunde und aktivere Tiere. Das Immunsystem ist schwächer und das Herz-Kreislauf-System ist nicht mehr so belastbar. Erkennbar ist die Langeweile am Nagen an den Gitterstäben sowie am permanenten Randalieren. Selbst Laufräder und Trinkflaschen werden dabei zerstört. Diese Verhaltensweisen gehören allerdings keineswegs zum natürlichen Bewegungsmuster eines Meerschweinchen, sondern sind deutliche Zeichen für mangelnde Beschäftigung oder zu wenig Auslauf.

Wie kann man seinen Meerschweinchen mehr Auslauf bieten?

Damit sich die Tiere bereits im Käfig ausreichend viel bewegen können, sollte ein großer Käfig zur Grundausstattung gehören. Experten empfehlen mindestens 120 x 60 Zentimeter. Dazu könnte man - mit Glasplatten oder Gittern - davor einen natürlichen Auslauf bauen. Dies funktioniert sowohl in der Wohnung als auch im Garten. Wichtig ist nur, dass die Meerschweinchen vor Katzen, Hunden und Kindern geschützt sind.

Wer die Möglichkeit hat, sollte seine Meerschweinchen im eigenen Garten (unter Aufsicht) laufen und rennen lassen, damit diese größere Strecken in der Natur zurücklegen können. Grundsätzlich ist es auch ratsam (insofern möglich), die Meerschweinchen generell im Freien zu halten.

Eine weitere Option ist es, mit dem Meerschweinchen "in der Wohnung spazieren zu gehen" und dabei gleichzeitig seinen Spieltrieb zu unterstützen. Dies lässt sich realisieren, indem man überall kleine Futterportionen versteckt, die das Meerschweinchen dann natürlich behalten darf. Weiterhin bietet man seinem Meerschweinchen genügend Abwechslung, wenn es auch mal woanders mithin darf. Aber Vorsicht: Das Tier sollte die Gegend auf eigene Faust erkunden dürfen, denn wenn es vom Halter gezwungen wird, bekommt es mit Sicherheit Panik.