Wellensittich - Einzelhaltung oder Paarhaltung?

Sie möchten sich einen Wellensittich zulegen und überlegen, ob eine Einzelhaltung oder eine Paarhaltung die geeignetere Methode ist? Was es darüber zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

Wellensittich - Einzelhaltung oder Paarhaltung?

Noch immer bietet sich in vielen Wohnungen ein trauriges Schauspiel: Viele, die ein putziges Haustier suchen, landen schließlich beim scheinbar leicht zu pflegenden Wellensittich. Mit seinem lebhaften und verspielten Verhalten soll er für Kurzweil bei seinen Besitzern sorgen, was am Anfang auch hervorragend gelingt. Wellensittiche sind nicht nur zutraulich, sondern zugleich so gelehrig, dass sie sogar kleine Kunststückchen erlernen können. Zum anderen ist ein Wellensittich in seinem kleinen, optisch ansprechend gestalteten Käfig, ein hübscher Blickfang. Doch das, was sich anfangs als fröhliches Miteinander gestaltet, entpuppt sich bald als Trauerspiel. Der einst so quirlige Wellensittich wirkt ruhig, sitzt teilnahmslos in seinem Käfig und fristet sein Dasein eher schlecht als recht. Woran liegt es, dass das kerngesunde Haustier mehr und mehr die Lust am Leben verliert? Was dem kleinen Vogel aufs Gemüt schlägt, ist oftmals die pure Einsamkeit, die die Einzelhaltung mit sich bringt.

Einzelhaltung oder Paarhaltung von Wellensittichen

Wer Wellensittiche einmal in freier Natur erlebt hat, der ahnt, dass die Einzelhaltung der geselligen Vögel an Tierquälerei grenzt. Die kleinen Papageien fühlen sich unter ihresgleichen am wohlsten und sind Schwarmvögel. Selbst Vogelhalter, die sich liebevoll um ihren Wellensittich kümmern und ihm ein großes Maß an Zuneigung zuteil werden lassen, können die fehlenden Artgenossen nicht ersetzen. Die Vögel balzen und balgen miteinander, sie kraulen und sie necken sich - da kann selbst der aufmerksamste Mensch nicht mithalten.

Wer seinem Wellensittich also keinen Schwarm bieten kann, der sollte ihm wenigstens einen Partner in den Käfig setzen und sich an dem lebhaften Miteinander der beiden Vögel erfreuen. Weder ein Spiegel noch eine Attrappe im Sinne eines Plastevogels können die Paarhaltung ersetzen und sollten selbst bei einer Einzelhaltung vermieden werden. Zwar gewöhnen sich Wellensittiche auch an den Menschen und akzeptieren diesen notgedrungen als Ersatzpartner. Dennoch können derartige Kompromisse niemals artgerecht sein und garantieren, dass der Wellensittich sich wirklich in seinem neuen Zuhause wohlfühlt.

Lärm, Zeit, Arbeit und Kosten bei der Paarhaltung

Dass die Paarhaltung von zwei Wellensittichen lärmintensiver ist als die Einzelhaltung, versteht sich von selbst. Wer sehr ruhebedürftig ist, der sollte sich vorher das teils sehr schrille Zwitschern der Vögel zu Gemüte führen und überlegen, ob nicht ein anderes Haustier besser geeignet ist.

Arbeitsintensiver und zeitraubender ist die Paarhaltung auf keinen Fall. Ob Sie nun den einen Käfig mit einem Bewohner komplett säubern oder den zweier Vögel, nimmt sich nichts. Im Grunde können Sie sogar Zeit sparen, da sich Ihr Wellensittich mit seinem Partner beschäftigen kann und Sie als Ersatzkameraden nicht mehr unbedingt braucht.

Selbstverständlich sind die Kosten bei zwei Wellensittichen auch etwa doppelt so hoch, wenn es um Futter oder Tierarztkosten geht. Auch der unbedingt notwendige größere Käfig schlägt bei der Anschaffung zu Buche. Dennoch sollte man überlegen, ob man bereit ist, die Mehrkosten zu akzeptieren, wenn man dafür zwei glückliche Haustiere sein Eigen nennen kann.

Einzelhaltung und Vergesellschaftung

Wer zunächst nur einen Wellensittich hält und sich später überlegt, einen Partner zu kaufen, muss beide Vögel miteinander vergesellschaften. Natürlich können dabei auch einige Probleme auftreten, besonders wenn die Vögel ein gewisses Alter haben. Daher ist es immer ratsam, bereits beim Kauf zwei gleichaltrige Wellensittiche aus dem selben Gehege zu nehmen. Da die beiden Tiere bereits an sich gewöhnt sind, verläuft die Paarhaltung auch deutlich harmonischer. Bei der späteren Vergesellschaftung und beim Kauf gibt es jedoch einige Dinge zu beachten. Einer der wichtigsten Faktoren ist das Geschlecht. Gut kombinieren lassen sich ein Weibchen und ein männlicher Wellensittich. Aber auch zwei männliche Tiere können sich aneinander gewöhnen und sind für die Paarhaltung geeignet.