Wie kann man Hunden das Bellen abgewöhnen?

Hunde sind gelehrige Tiere und können demnach auch lernen, weniger zu bellen. Wie das funktioniert, verraten wir Ihnen hier.

Hund bellt

Betreten für den Hund fremde Menschen das Haus oder die Wohnung, bellt dieser in den allermeisten Fällen. Doch auch beim wilden Spielen mit Artgenossen und bei bestimmten Geräuschen, wie Gewitter oder dem Explodieren von Feuerwerkskörpern, teilt sich der Liebling oft bellend mit. Aufgrund der vielfältigen Gründe für die Lautäußerungen des Haustieres gibt es unterschiedliche Ansätze, dem treuen Freund das Bellen abzugewöhnen.

Die Ursache für das Bellen herausfinden

Damit Herrchen und Frauchen wissen, welche Methode beim Abtrainieren des Bellens am besten wirkt, ist eine gewisse Ursachen-Forschung wichtig. Das liegt daran, dass es in einem Hundeleben zahlreiche Gründe gibt, um sich mitzuteilen. Letztlich drücken Hunde durch ihr Bellen vieles aus. Sie bellen, wenn Sie Angst haben, einsam sind oder ihnen langweilig ist. Auch zum Mitteilen von Gefahren oder aus Freude bellen Hunde häufig.

Bellen, wenn es an der Haustür klingelt

Die für das sensible Hundegehör laute Klingel signalisiert dem Vierbeiner die Ankunft von Besuchern. Aus diesem Grund alarmiert der Hund den Besitzer über das Ereignis. Viele Tiereltern schimpfen in derartigen Situation fälschlicherweise mit dem Liebling oder versuchen diesen durch Streicheln oder Worte zu beruhigen. Der Vierbeiner nimmt diese Gesten jedoch als Bestätigung des Verhaltens wahr und denkt, er hat sich völlig korrekt verhalten.

Um dem Tier das Bellen abzugewöhnen, sollten Herrchen oder Frauchen den Hund an einen festen Platz schicken, wenn es klingelt. Dadurch lernt die Fellnase, dass kein Eingreifen in die bedrohlich wirkende Situation notwendig ist. Geht das Tier lautlos und sofort beim Ertönen der Klingel zum zugewiesenen Platz, wird eine Belohnung gegeben. Neben freundlichen Worten und Streicheleinheiten stellen vor allem auch Leckerlis ein Zeichen der Erkenntlichkeit dar.

Ein Hund bellt, wenn er etwas haben möchte

Ein Klassiker ist das fordernde Bellen. Möchte der Vierbeiner zum Beispiel Aufmerksamkeit oder das Lieblingsspielzeug aus dem Schrank, teil er sich für gewöhnlich durch Bellen mit. Um dieses Verhalten abzugewöhnen, benötigen Hundefreunde vor allem ein uns das ist Geduld.

Durch das Ignorieren des treuen Begleiters in derartigen Situationen lernt der Hund, dass eine Forderung keinen Erfolg hat. Ignorieren heißt in diesem Fall nicht mit dem Familienmitglied zu sprechen, es nicht anzufassen oder anzuschauen. Der Vierbeiner wird auf so Dauer lernen, dass ein Fordern keinen Erfolg nach sich zieht und das Bell-Verhalten nach und nach ablegen. Im Wesentlichen ähnelt sich dieses Vorgehen auch der Kindererziehung. Wer seinen Kleinen jeden Wunsch erfüllt, muss sich nicht wundern, wenn zu jeder Gelegenheit „genervt wird“.

Bellen aus Einsamkeit

Gehen Frauchen und Herrchen in den Supermarkt oder zur Arbeit, bleibt der Hund oft allein zurück. In einem solchen Fall fühlt sich der Liebling alleine und ist entsprechend traurig. Hunde sind nicht gern allein und unterscheiden sich in dieser Hinsicht teilweise stark von Katzen. Durch das Bellen, Jaulen oder Wimmern versucht der Vierbeiner seine Familienmitglieder zurückzurufen. In vielen Fällen hat das Tier ein Alleinsein nicht gelernt und empfindet diese Situation immer wieder beängstigend. Das Alleinbleiben ist dem Liebling Schritt für Schritt anzutrainieren, um das Bellen zu verhindern und die Traurigkeit des Hundes während der einsamen Zeit zu reduzieren.

Sobald der treue Gefährte verstanden hat, dass die Abwesenheit von Herrchen und Frauchen nur temporär ist, gibt es weitere Möglichkeiten das Alleinsein zu versüßen. Verlässt der Tierbesitzer das Haus oder die Wohnung, kann dieser dem Hund beispielsweise ein Spielzeug reichen. Auch ein mit Leckerlis gefüllter Napf wird gerne angenommen.

Durch diese Maßnahmen lernt das Haustier die Abwesenheit des Menschen mit etwas Positivem zu verbinden. Bei einigen Vierbeinern kann es außerdem helfen, das Licht anzulassen oder Musik laufen zu lassen. Musik und Licht signalisieren häufig, dass ein Mensch in der Nähe ist. Damit gestaltet sich das Alleinsein gleich viel leichter und stößt auf mehr Akzeptanz, was auch das Bellen in Abwesenheit verringert.

Der treue Begleiter gibt aus Freude Laut

Die Gabe von Futter ist für viele Haustiere ein toller Moment. Auch der nächste Gang in den Wald oder zur Hundewiese wird von Hunden als etwas Aufregendes wahrgenommen. Freut sich der Vierbeiner besonders auf etwas, kann es passieren, dass dieser bellt.

Ist dies die Ursache fürs Bellen, können Herrchen und Frauchen das Verhalten mithilfe eines Kommandos abtrainieren. Hierbei sollte ein kurzer Befehl zum Einsatz kommen, den der Hund noch nicht kennt. Hört der Vierbeiner nach dem Ausrufen des Kommandos auf zu bellen, erhält er eine Belohnung. Beliebte Methoden der Wertschätzung des Verhaltens sind neben leckeren Snacks auch immer wieder Streicheleinheiten.

Bellen aus Angst vor lauten Geräuschen

Für Tiere stellen laute Geräusche häufig etwas Erschreckendes dar. Während einige Vierbeiner versuchen sich zu verstecken, probieren andere Hunde mit Bellen die Töne zu vertreiben. Durch ein auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes abgestimmtes Training, lernt dieser bestimmte Geräusche besser zu tolerieren und so das Bellen abzulegen. Meist dauert es bis zum Eintreten des Erfolgs solcher Übungen viele Monate. Geben Sie nicht frühzeitig auf!

Herrchen und Frauchen können das Unbehagen des treuen Freundes bei lauten Geräuschen allerdings ein wenig reduzieren. Ein Tier sollte eine Möglichkeit des Rückzugs haben. Beliebt sind dunkle und gut isolierte Räumlichkeiten wie Schlaf- oder Badezimmer. Auch die Hundehütte wird gerne genutzt. Tierbesitzer sollten in dieser Situation außerdem für die Fellnase zugänglich sein, um Sicherheit zu spenden. Bei Gewitter und Feuerwerk kann es zudem helfen, die Rollläden zu schließen oder die Vorhänge zuzuziehen.

Der Hund bellt, ohne einen für den Menschen ersichtlichen Grund

Hunde bellen nur, wenn es einen Grund gibt. Dieser Anlass ist für den Menschen allerdings manchmal schwer zu erkennen. In Einzelfällen kann es sein, dass der Liebling Schmerzen hat oder ihm einfach nur langweilig ist.

Besonders Langeweile stellt eine häufige Ursache für eine Lautäußerung dar. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Herrchen und Frauchen das Tier körperlich und geistig auslasten. Neben den mehrmals täglichen Spaziergängen möchte ein Gefährte auch spielen und neue Dinge lernen. Haustierbesitzer sollten daher auf eine gute Auslastung des Hundes achten.

Welche Methoden sind zum Abtrainieren von Bellen ungeeignet?

Wütende Tierbesitzer schreien den treuen Freund manchmal an, wenn dieser bellt. Dadurch wird das Lautgeben jedoch eher verstärkt. Das liegt daran, dass das Tier selbst lautstarke Äußerungen als Bestätigung des eigenen Verhaltens deutet.

Auch körperliche Gewalt darf niemals die Lösung eines Problems sein. Aus diesem Grund stellen Antibell-Halsbänder mit Strom keine gute Investition dar. Dasselbe gilt für Bestrafungen, denn diese wird der Liebling falsch interpretieren, was das Bellen wiederum verstärken kann.

Üben Sie sich stattdessen in Geduld und lernen Sie auch, dass das Bellen eine natürliche Lautäußerung des Hundes ist und nicht in allen Fällen unterdrückt werden kann oder sollte.

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