Warum sind Hunde so treu und anhänglich?

Hunde sind aufgrund Ihrer Treue zum Menschen als Haustier sehr beliebt. Doch warum sind Hunde so anhänglich und lieben ihre Besitzer so abgöttisch?

Treuer Hundeblick

Hunde genießen die Nähe von Herrchen und Frauchen ausgiebig. Die Vierbeiner zeigen sich im Alltag anhänglich, folgsam und bekanntermaßen treu. Verlässt der Tierbesitzer den Raum, folgt der treue Freund, da er den lieben Menschen nicht missen möchte. Und geht der Mensch aus dem Haus, trauert der Vierbeiner häufig um seine Bezugsperson.

Hund und Mensch - eine Beziehung der besonderen Art

Im Film „Hachiko“ zeigt sich, wie stark die Bindung zwischen Mensch und Tier sein kann. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Er erzählt von der lebenslangen Treue eines Akita Inus zu seinem Besitzer.

Jeden Tag holte der treue Gefährte sein Herrchen vom Bahnhof ab. Selbst nach dem Tod des Tierbesitzers besuchte die Fellnase, über einen Zeitraum von 10 Jahren, täglich den Bahnhof. Da die Menschen von diesem Geschehnis so berührt waren, wurde sogar eine Gedenk-Statue des treuen Hundes im japanischen Ort Shibuya errichtet.

Im Vergleich zu Katzen verhalten sich Hunde in Bezug auf Menschen augenscheinlich komplett anders. Während Katzen eher eine distanzierte Bindung zum Menschen entwickeln, bildet sich beim Hund ein inniges Verhältnis auf Lebenszeit. Doch warum ist der beste Freund des Menschen anhänglicher und treuer als viele andere Tierarten?

Hunde sind Rudeltiere mit engen sozialen Kontakten

Rudel verkörpern geschlossene und individuelle Gruppen gleichartiger Wesen, die einen engen sozialen Kontakt zueinander haben. In einem Rudel nehmen die einzelnen Mitglieder eine bestimmte Position und Aufgabe ein, bei der es eine gewisse Rangordnung gibt. Daher sind die einzelnen Positionen innerhalb des Rudels nicht beliebig austauschbar und wertvoll für jedes Mitglied.

Streng genommen gehört der Mensch jedoch nicht in das Rudel eines Hundes. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass Hunde Herrchen und Frauchen dennoch im engen Lebensverbund des Rudels sehen. Ein Grund dafür könnte die Anpassung der Vierbeiner an den Menschen sein.

Tierbesitzer, die souverän und sicher handeln, etablieren sich oftmals als Rudelführer. Der Hund ordnet sich einer solchen Person unter. Regeln und Befehle, die dem treuen Freund vom Menschen auferlegt werden, befolgt dieser dementsprechend auch. Zudem hält sich der Gefährte immer in der Nähe des Rudelführers auf. Das liegt daran, dass der Anführer eines Rudels Sicherheit bietet und notwendige Entscheidungen durch seine Erfahrungswerte korrekt trifft.

Genetische Komponente von Hunden fördert deren soziales Verhalten

Ein anderer Grund, weshalb der beste Freund des Menschen so treu und anhänglich ist, liegt in dessen Genen. In einer Studie der amerikanischen Princeton Universität wurde herausgefunden, dass Freundlichkeit und Treue des Haustieres zum Teil genetisch bedingt sind.

Im Vergleich zum Hund besitzt beispielsweise ein Wolf keine derartige Komponente im Erbmaterial. Dies könnte auch erklären, warum Wölfe ein anderes Verhalten als Hunde an den Tag legen.

Darüber hinaus wird angenommen, dass die Freundlichkeit des Hundes ein evolutionärer Vorteil war und sich Hunde mit diesem Gemüt im Zusammenleben mit dem Menschen besser fortpflanzen konnten. Hunde, die besonders gut mit dem Menschen harmonierten, wurden von diesem aufgenommen, ernährt und fanden zudem Schutz vor den Widrigkeiten der Wildnis.

Aber auch innerhalb einer Spezies kann es genetische Differenzen geben, weshalb bestimmte Hunderassen loyaler sind als andere.

Die fünf anhänglichsten Hunderassen

Hundefreunde, die viel Wert auf eine innige Bindung zu ihrem Hund legen, sollten dessen Rasse bei der Wahl des neuen Familienmitglieds berücksichtigen. Es gibt fünf liebenswerte Hunderassen, die besonders häufig ein treues und anhängliches Verhalten gegenüber dem Menschen zeigen:

  • Deutscher Schäferhund
  • Collie
  • Beagle
  • Boxer
  • Shettland Sheepdogs

Deutscher Schäferhund:

Der Deutsche Schäferhund hat ein großes Herz, welches er gerne verschenkt. Schäferhunde sind nicht nur wachsam und beschützend, sondern stellen zudem loyale Arbeitstiere dar. Ihrer Bezugsperson sind die Vierbeiner in einem hohen Maß ergeben.

Collie:

Ebenso gehören Collies zu den anhänglichsten Hunderassen, die es auf diesem Planeten gibt. Die Tiere sind nicht nur sehr freundlich und herzlich, sondern auch aufmerksam. In Familien mit Kindern stellen die Vierbeiner eine Bereicherung dar. Das liegt daran, dass die bewegungsfreudigen Tiere ein Herz für Kinder haben.

Beagle:

Beagles zeichnen sich durch ihren guten Geruchssinn und auch ihrer Liebe zum Menschen aus. Die Jagdhunde sind sanftmütige und fröhliche Gefährten, die Streicheleinheiten und Nähe zu Herrchen und Frauchen sehr schätzen.

Boxer:

Boxer sind äußerst freundliche, aufmerksame und clevere Vierbeiner. Sie binden sich schnell und tief an ihre Familie. Eine Trennung von ihren Lieben stellt meist eine große Herausforderung für die Boxer dar und kostet sie viel Kraft.

Shettland Sheepdogs:

Shetland Sheepdogs gelten als der Schatten des Menschen. Die anhänglichen Fellnasen sind ruhige und gutmütige Begleiter. Gelangt ein Familienmitglied in eine gefährliche Situation, eilt der Shetland Sheepdog schnell herbei, um zu helfen, auch wenn sein Leben dabei in Gefahr gerät.

Kann ein Hund zu anhänglich und treu sein?

In einigen Fällen folgt der Liebling seinem Besitzer auf Schritt und Tritt. Selbst vor der Toilette wird kein Halt gemacht. Dieses Verhalten wird von vielen Hundebesitzern dann als nervig oder gar störend empfunden. In der Abwesenheit des Hundehalters kommt es manchmal sogar zu regelrechten Zerstörungsanfällen. Hierbei wird dann die Couch zerlegt oder auch der Teppich kaputt gebissen, wenn Herzchen und Frauen auf Arbeit sind. Bei anderen Fellnasen tritt lautstarkes Jaulen, Winseln oder Bellen auf, sobald der Lieblingsmensch seinen Gefährten verlässt.

Treten diese Probleme bei der Hundehaltung auf, ist schnelles Handeln gefragt. Es ist sinnvoll bei schwerwiegenden Probleme mit dem Training des Gefährten zu beginnen. Im Rahmen der Übungen soll das Familienmitglied lernen, dass die Abwesenheit des Menschen kein negatives Ereignis darstellt und lediglich temporär ist. Mit Geduld, Leckerlis und viel Lob wird der Liebling erkennen, dass es sich lohnt an einem festen Platz ruhig zu warten, wenn Herrchen und Frauchen den Raum verlassen.

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