Einzel- oder Paarhaltung bei Nymphensittichen

Sie lieben Nymphensittiche und wünschen sich diese Vogelart als Haustier? Ob man Nymphensittiche einzeln oder doch besser in Gruppen hält, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Zwei Nymphensittiche leben zusammen als Paar

Nymphensittiche erfreuen sich als Haustiere immer größerer Beliebtheit. Diese lebhaften Vögel - übrigens eine Untergruppe der Papageien - stammen ursprünglich aus Australien, von wo sie schon im Jahre 1840 nach Europa gebracht wurden. In ihrer australischen Heimat zählen sie zu den schnellsten Fliegern überhaupt. Sie können Strecken von mehr als 100 Kilometern am Tag zurücklegen und erreichen nicht selten Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Um Nymphensittichen ein artgerechtes Leben zu bieten und sie lange gesund und glücklich zu erhalten, muss diesem Bewegungsdrang auch bei der Haltung als Haustier Rechnung getragen werden. So benötigen diese possierlichen Vögel, die mit ihrer Federhaube ein bisschen an Kobolde erinnern, eine ausreichend große Voliere und tägliche, mehrstündige Freiflugmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang sollte man sich als zukünftiger Halter auch Gedanken über die Gruppenhaltung der Tiere machen. Denn für Nymphensittiche und deren Gesundheit ist es von entscheidender Bedeutung, ob sie einzeln oder als Paar beziehungsweise als Schwarm gehalten werden.

Einzelhaltung? - Das Wesen der Nymphensittiche

Nymphensittiche sind ausgeprägte Schwarmvögel, die in ihrer Heimat Australien niemals alleine, sondern immer mindestens zu zweit oder gar in riesigen Schwärmen anzutreffen sind. Daher ist die Paar- oder Gruppenhaltung von Nymphensittichen der Einzelhaltung unbedingt vorzuziehen. Um seinem Nymphensittich bestmögliche Lebensbedingungen zu bieten, sollte man ihm einen oder gar mehrere Sozialpartner zur Seite stellen. Selbst wenn man seinem Nymphensittich vermeintlich genug Zeit widmet, kann der Mensch doch niemals einen Artgenossen und die Kommunikation der Vögel untereinander ersetzen. Nymphensittiche, die zu zweit oder zu mehreren leben, kommunizieren miteinander, kraulen und füttern sich, spielen miteinander und imitieren sich gegenseitig. Auf diese Art und Weise können sie ihr angeborenes Verhalten ausleben und werden zu ausgeglichenen, liebenswerten Hausgenossen.

Risiken der Einzelhaltung

Nymphensittiche, die alleine gehalten werden und denen der so wichtige Sozialpartner fehlt, neigen oft zu Fehlprägungen auf den Menschen, stereotypen Verhaltensweisen, Verhaltensauffälligkeiten und selbstverstümmelndem Verhalten. Diese Verhaltensweisen äußern sich in übermäßigem Schreien oder Rupfen - dem Ausreißen einzelner Federn, was in extremen Fällen zu Narbenbildung und nackten Körperpartien führen kann. So angenehm eine Einzelhaltung für den Menschen vielleicht sein mag, artgerecht ist sie in keinem Fall.

Paar- oder Gruppenhaltung bei Nymphensittichen

In der freien Natur bleiben Nymphensittiche ihrem Partnervogel oft ein Leben lang treu. So bietet es sich auch für die Haltung als Haustier an, seinem Liebling einen gegengeschlechtlichen Sozialpartner zur Seite zu stellen. Eine gleichgeschlechtliche Haltung ist nicht zu empfehlen, da die Vögel sich niemals so gut vertragen und eine so innige Beziehung eingehen wie Männchen und Weibchen. Aber auch in Gruppen mit einem möglichst ausgeglichenen Geschlechterverhältnis fühlen sich Nymphensittiche sehr wohl. Vermeiden sollte man, die Nymphensittiche als Gruppe zusammen mit anderen Sitticharten wie zum Beispiel Wellensittichen zu halten. Diese würden zwar weitestgehend friedlich und unauffällig nebeneinander her leben, sich jedoch nicht wirklich verstehen. Letztendlich unterscheidet sich die Kommunikation der verschiedenen Vogelarten meist erheblich voneinander - genauso wie der Charakter.

Ausreichend Platz und keine Langeweile

Damit Nymphensittiche sich rundum wohlfühlen und gesund bleiben, benötigen sie genügend Platz, täglich mehrere Stunden Freiflug und viel Beschäftigung. Bei Einzelhaltung darf die Voliere die Mindestmaße von 1m x 1m x 0,50m (Länge x Breite x Höhe), bei Paarhaltung von 2m x 1m x 1m nicht unterschreiten. Bei Gruppenhaltung muss die Voliere natürlich um ein Vielfaches größer sein.

Um Vergiftungen und Verletzungen zu vermeiden, sollten die Gitterstäbe der Voliere weder lackiert noch ummantelt sein und einen Abstand von höchstens 2 cm haben. Noch idealer ist natürlich ein eigenes Vogelzimmer mit vielen Möglichkeiten zum Fliegen, Spielen und Klettern, was dem Leben in der freien Natur schon recht nahe kommt.

Da die kleinen „Kobolde“ ausgesprochen neugierig, wissbegierig und spielfreudig sind, sollte man ihnen genügend artgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. So eignen sich Äste von Obstbäumen, Haselnuss, Buche oder Birke zum Knabbern. Sisalseile, Schaukeln und Sitzbretter laden zum Klettern, große Wassernäpfe zum gemütlichen Planschen ein. Sehr willkommen sind bei Nymphensittichen auch immer Futtersuchspiele oder das Einüben kleiner Kunststücke und Tricks.