Brauchen Kaninchen Auslauf?

Kaninchen sind ziemlich aktive Haustiere, die ein hohes Maß an Bewegung brauchen. Doch brauchen die kleinen Hasen auch Auslauf? Alles zu diesem Thema lesen Sie hier.

Kaninchen im Freien mit Auslauf

Als Kaninchenhalter ist Ihnen das Wohl Ihrer Tiere sicherlich sehr wichtig. Ein gesundes und aktives Leben kann man den Kaninchen allerdings nur mit genügend Auslauf bieten. Dabei spielt es grundlegend keine Rolle, ob man den Auslauf in der Wohnung oder im eigenen Garten schafft - obwohl natürlich frische Luft sicherlich für jedes Haustier eine willkommene Abwechslung ist. Aber egal, für welche Variante man sich entscheidet, man muss auch hierbei einige wichtige Dinge beachten.

Langes und gesundes Leben durch täglichen Auslauf

Kaninchen haben einen sehr hohen Bewegungsdrang. Die kleinen Hasen müssen springen, rennen und brauchen immer wieder Beschäftigung. Ein täglicher Auslauf von mindestens 4 bis 5 Stunden ist für sie daher ein Muss. Wer die Möglichkeit hat, sollte seinem Kaninchen sogar 24 Stunden am Tag Auslauf ermöglichen. Je mehr sie sich bewegen, umso gesünder, glücklicher und aktiver können sie leben.

Der Auslauf sollte vor allem in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ermöglicht werden, da die Tiere in dieser Zeit besonders aktiv sind. Die Mittagszeit nutzen sie stattdessen lieber zum Ausruhen.

Grundsätzlich ist eine reine Käfighaltung ist überhaupt nicht empfehlenswert. Zudem sind die meisten Käfige aus dem Fachhandel leider nicht wirklich tiergerecht. Oft sind sie schlichtweg zu klein und die kleinen Hasen können darin weder rennen noch hüpfen. Ein Kaninchen braucht für sich - je nach Rasse - als Minimum etwa 2m² bis 3m² Platz.

Bewegungsmangel führt zu Immunschwäche und Verhaltensstörungen

Fehlt es Kaninchen an Bewegung, beispielsweise in einem kleinen Käfig, fangen sie an, sich zu langweilen. Nach und nach kommt es auch zu typischen Verhaltensstörungen wie Gitternagen oder Aggressionen. Leider fressen Kaninchen, die unter Bewegungsmangel leiden, auch mehr, als gut für sie ist. Dementsprechend kann Übergewicht auch einfach eine Folge von zu wenig Auslauf sein.

Ebenso resultieren Verdauungsstörungen wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen aus der Bewegungsarmut der Tiere. Darüber hinaus wird das Immunsystem der kleinen Hasen geschwächt und sie werden schneller krank. Kaninchen ohne Auslauf sind letztlich permanentem Stress ausgesetzt, den sie nicht abbauen können. Ausreichend Bewegung sorgt hingegen für ein gesundes und langes Leben, da neben Immunsystem und Verdauung auch Skelett, Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System gestärkt werden.

Auslauf in der Wohnung und im Freien möglich

Werden Kaninchen in der Wohnung gehalten, kann man ein Gehege für sie bauen, in dem sie problemlos hüpfen und rennen können und zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung haben. Das Gehege sollte mit Futterstellen, Wasserschalen, mehreren Toilettenbereichen und Ruheplätzen ausgestattet sein und natürlich genügend Platz für Bewegung bieten können. Wer die Möglichkeit hat, kann den Kaninchen auch ein ganzes Zimmer zur Verfügung stellen, in dem sie Tag und Nacht Auslauf haben. Generell kann man die kleinen Hasen aber auch in der Wohnung frei herumlaufen lassen, um dem ungeheuren Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Bei einer reinen Wohnungshaltung ist es empfehlenswert, seinen Kaninchen etwas Natürliches zur Verfügung zu stellen, wie zum Beispiel Äste, aus denen Höhlen gebaut werden können oder Steine, auf die sie hüpfen können.

Viel besser und artgerechter ist natürlich ein Gehege an der frischen Luft. Dieses kann sich beispielsweise auf dem Balkon oder im Garten befinden. So können die Tiere die verschiedenen Jahreszeiten miterleben und sich im Garten an frischem Grün erfreuen.

Darauf sollte man beim Auslauf achten - Gefahren in der Wohnung

Wer sich für ein Gehege in der Wohnung entscheidet, sollte dieses auf keinen Fall in feuchten, stickigen oder überhitzten Räumen aufbauen. In dem Zimmer sollte auch nicht geraucht werden. Bei kühleren Temperaturen fühlen sich Kaninchen besonders wohl. Die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 12 °C und 22 °C. Das Gehege darf hierbei nicht am Ofen, an der Heizung oder in der prallen Sonne stehen - bedenken sollte man auch, dass die Sonne tagsüber wandert.

Verdecken Sie zudem alle Elektrokabel. Kaninchen nagen gern an allem Möglichen herum, was im schlimmsten Fall zum Tode führen kann. Schauen Sie nach, ob sich giftige Zimmerpflanzen in Ihrer Wohnung befinden und schaffen Sie diese ggf. weg. Obst, Kerzen und Zigaretten dürfen sich ebenfalls nicht in Reichweite der kleinen Tiere befinden, da diese Objekte auch zum Nagen einladen. An Teppichen können sich Kaninchen ebenfalls vergreifen, bieten Sie Ihnen deshalb immer Heu, Stroh oder Holz zum Nagen an. Kaninchen sind sehr neugierige Tiere und stecken ihre Nase, im wahrsten Sinne des Wortes, gern überall hinein - decken Sie Steckdosen deshalb mit Kindersicherungen ab.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Wohnungstür und Haustüren öffnen und schließen. Sollten Sie sich setzen oder durch die Wohnung laufen, passen Sie ebenfalls auf. Kaninchen sind sehr flink und können leicht übersehen werden. Verdecken Sie sämtliche Spalten unter oder hinter Möbeln. Selbst in den Kühlschrank, die Waschmaschine oder Schubladen können Kaninchen hüpfen. Achten Sie daher auf derartige "Verstecke", bevor Sie sie schließen.

Gefahren beim Auslauf und der Haltung im Freien

Befindet sich das Gehege der kleinen Tiere draußen, dann müssen die Kaninchen vor natürlichen Fressfeinden wie Katzen, Hunden oder Greifvögeln geschützt werden. Das Gehege sollte daher oben immer verdeckt sein. Achten Sie darauf, dass die Gitterstäbe nicht größer als 3cm sind, damit andere Tiere wie Ratten usw. nicht ins Kaninchengehege eindringen können. Beim Auslauf im Freien kann man seine Kaninchen schlecht vor anderen Tieren schützen. Daher empfiehlt es sich, diese die ganze Zeit zu beobachten beziehungsweise stets in der Nähe seiner Haustiere zu bleiben.

Das Gehege oder zumindest ein ausreichend Teil davon sollte sich den ganzen Tag über im Schatten befinden. Die pure Sonne könnte zum Hitzschlag führen. Denken Sie immer daran, dass Kaninchen ein Fell haben und schneller schwitzen als wir Menschen.

Kaninchen buddeln besonders gern im Freien. An dieser Stelle muss man besonders aufpassen, da die Löcher so tief werden können, dass das Tier nicht mehr herausgeholt werden kann. Beugen Sie dem vor, indem Sie ein Maschendrahtgeflecht unter das Gehege bauen und legen Sie genügend Erde darauf.

Beseitigen Sie alle giftige Pflanzen und verzichten Sie auf Schädlingsbekämpfungsmittel im Garten - zumindest in den Bereichen, die Sie Ihren kleinen Hasen zur Verfügung stellen. Auch Dünger kann während des Auslaufs eine unterschätzte Gefahr für Kaninchen darstellen.